
Sie sind enttäuscht von den deutschen Politikern? Ihnen kommt es vor, als würden Sie nur noch Worthülsen hören? Sie würden gerne selber etwas verändern? Kein Problem! Das ZDF sucht Talente, unverbrauchte Gesichter mit frischen Ideen. Junge Menschen, die gerne etwas politisch verändern wollen. Denn es ist an der Zeit, gegen Politikverdrossenheit vorzugehen.
Barack Obama hat es geschafft. Nicht nur, dass er zum US-Präsidenten gewählt wurde, nein, es ist ihm auch gelungen, was viele aktuellen Politikern nicht mehr zugetraut hatten, nämlich die Jugend für Politik zu interessieren. Zum ersten Mal seit den frühen 70ern scheinen sich junge Leute für etwas einsetzen zu wollen, das über ihre privaten Belange hinausgeht. Plötzlich ist es cool, Amerika zu verändern, ein Teil der Bewegung zu sein. Ganz so wie nach 1968, als die Veränderung und der Protest von jungen Leuten ausging, als politisches Engagement etwas galt und modern war.
In Deutschland hingegen ist so ein Obama nicht in Sicht: Das Interesse gerade von jungen Leuten an Politik nimmt immer mehr ab und seit Jahren sinkt ihre Wahlbeteiligung. Lag sie 1983 noch bei über 80 Prozent, so waren es laut Statistischem Bundesamt bei der letzten Wahl 2005 nur noch zwei Drittel der unter 30-Jährigen, die ihre Stimme abgaben.

Wie aber interessiert man junge Menschen für Politik? Wie kann man junge Leute nicht nur dazu bringen, wieder verstärkt wählen zu gehen, sondern wie gewinnt man sie, dass sie möglicherweise sich selbst einmischen und für ein politisches Amt kandidieren wollen?
Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) hat festgestellt, dass starre und festgefahrene Strukturen viele Jugendliche davon abhalten, sich parteipolitisch zu engagieren. Dabei seien junge Leute durchaus bereit, die Gesellschaft mit zu gestalten. Sie engagieren sich in Umweltprojekten, unterstützen Bürgerinitiativen und mischen sich in Bildungsfragen ein, aber eben nicht in vorgestanzten parteipolitischen Schablonen. Viele verbinden mit dem Begriff Politik Parteipolitik, und das ist möglicherweise das Problem.
Politiker haben hierzulande kein besonders gutes Image. Dabei muss man den Menschen, die aktiv in der Politik arbeiten, zu gute halten, dass sie sich für etwas engagieren, dass sie die Gesellschaft verändern wollen. Sie fühlen sich berufen, die Staatsgeschäfte durch ihren persönlichen Einsatz besser zu machen. Sie sind hoch motiviert und wer sich wählen lässt, verlässt häufig sogar seine berufliche Existenz für eine unsichere politische Zukunft und einem Job mit 60-Stunden-Wochen, Termin-Hetze, Marathon-Sitzungen und wenig Privatleben.
"Ich kann Kanzler" möchte junge Menschen wieder verstärkt für Politik interessieren. Sie möchte jungen politisch denkenden Menschen die Gelegenheit geben, für sich, für ihre Ideen und ihre Projekte zu werben. Dabei will die Sendung auch zeigen, das Politiker eben nicht diejenigen sind, die - nur an der Macht interessiert - am Volk vorbeiregieren, wie vielfach in Meinungsumfragen beklagt wird. Sie sind nicht Interessenvertreter, die so abstimmen, wie es die jeweilige Parteiführung verlangt, sondern Menschen, die ihrem Gewissen verantwortlich sind und Verantwortung für andere übernehmen.
Vorbild für "Ich kann Kanzler" ist das preisgekrönte kandische Format "Canada's Next Great Prime Minister". Etliche Fernsehanstalten haben dieses Format übernommen, unter anderem die BBC. 2008 hat das ZDF die Rechte erworben.
Homepage von Canada's Next Prime Minister(Externer Link - Öffnet in neuem Fenster)
Die Sendung möchte Politik auch transparent machen. Was bedeutet es, für seine Überzeugungen zu werben und zu kämpfen, welche Anstrengungen auch physischer Art sind notwendig, um Mehrheiten zu gewinnen und andere für seine Ideen zu überzeugen? Wie viele Termine müssen besucht werden, wie viele Sitzungen abgehalten werden, wie viele Abstimmungen müssen passieren, damit aus einer guten Idee ein nachhaltiges Gesetz wird, dem eine Mehrheit demokratisch zustimmen kann?
"Ich kann Kanzler" möchte zeigen, dass es sich lohnt, für seine politischen Ideale zu kämpfen und für seine Meinungen einzustehen. Ein Wettbewerb der Ideen und Visionen, die auf ihre Machbarkeit geprüft und bewertet werden und über die abgestimmt wird. Eine Chance für junge politische Talente, ihre Vorhaben zu präsentieren, im Wettstreit mit anderen Bewerbern für ihr Ziel zu kämpfen.
"Ich kann Kanzler" möchte diese Talente entdecken, präsentieren und bewerten lassen, von einer fachkundigen, schlagfertigen Jury und einem interessierten Fernsehpublikum. Dabei ist die Sendung keine Castingshow für junge Polit-Stars, vielmehr sollen junge Leute mittels dieser Sendung im Superwahljahr 2009 für Politik interessiert und gewonnen werden, und zeigen, dass Politik auch Spaß machen kann, frei nach dem Motto Obamas: Yes I can.